MotionTrio

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"Motion Trio" - Neuheit - MotionTrio

"Motion Trio"

Nach ihrem Konzert in Potsdam zusammen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg gab es über 15 Minuten stehende Ovationen. Als sie im Januar 2008 in der berühmten Carnegie Hall ein zweistündiges Konzert mit Werken von Penderecki, Górecki, Kilar und eigenen Kompositionen gaben, gab es gar zweimal Standing Ovations. Im April des laufenden Jahres spielten sie im Londoner Barbican Center ein hervorragendes Konzert zusammen mit der Band des Filmmusikkomponisten Micheal Nyman. Im Herbst werden diese Auftritte in Polen wiederholt – und dann geht der weltbekannte Komponist mit dem Krakauer Trio ins Studio.
Im Herbst des Jahres 2000 gewann das „Motion Trio” den Grand Prix des IV. Internationalen Krzysztof-Penderecki-Wettbewerbs für zeitgenössische Kammermusik, der von der Jury damals ausnahmsweise ex aequo zuerkannt wurde. Und das – wie wir jetzt Jahre nach dem Festival enthüllen können – nicht ohne ein starkes Lobbing der Mitbegründerin des Wettbewerbs, Agnieszka Odorowicz, der Vizepräsidentin des Kunstinstituts. Und sie täuschte sich nicht – die kommenden Jahre bewiesen, dass das Motion Trio, das vier Jahre zuvor von Janusz Wojtarowicz gegründet wurde, aus Instrumentalisten mit riesigem Talent besteht, die bewusst und konsequent an ihrer Karriere arbeiten. Heute ist das Trio ohne Zweifel der herausragendste Preisträger dieses Krakauer Wettbewerbs.
Mit ihrem Spiel rufen sie riesige Effekte hervor – egal, ob an der University of Chicago, auf dem Privatgrundstück des amerikanischen Multimillionärs Arie Zweig, im Wiener Jazzclub Joe Zawinula oder auch auf so prestigeträchtigen Veranstaltungen, wie etwa dem Geburtstag von Andrzej Wajda in der Warschauer „Fabryka Trzciny“ oder einem internationalen Festival. Sie beweisen immer, dass das Akkordeon ein wichtiges und ernsthaftes Instrument ist und nicht etwa irgend so eine „Falte“, ein „Heizkörper“ oder ein „Schwein“, wie es oft abfällig genannt wird.
Die Nobilitierung des Akkordeons und der Nachweis seiner unwahrscheinlichen Klang- und Anwendungsmöglichkeiten in jedem Bereich der Musik und damit die Anhebung des Rangs dieses Instruments waren von Anfang an die Vorhaben des Leiters des Trios. Mit Stolz und Freude sagte er mir vor 9 Jahren: - Dank dem Grand Prix im Internationalen Penderecki-Wettbewerb erhielt dieses Instrument ein Qualitätszertifikat und bewies, dass ein Akkordeon-Trio das gleiche sein kann, wie ein Streichquartett, dass dieses über Jahre verschmähte Instrument nicht schlechter ist, als ein Klavier, eine Geige oder eine Klarinette.
Damals erwähnte er auch, dass er von einem Auftritt in der Carnegie Hall oder – wie er wohl verängstigt von der Kühnheit seines Wunsches hinzufügte – in einem anderen, prestigeträchtigen Saal träume. Er gab sich selbst 10 Jahre für die Realisierung dieses Traums. Sein Ziel erreichte er bereits nach sieben Jahren.
Das Trio widmete dieses Konzert in der überfüllten Zankel Hall – dem zweitgrößten Saal der Carnegie Hall, einem der berühmtesten Konzertsäle der Welt – dem Gedenken an Andrzej Krzanowski, dem größten polnischen Akkordeonisten und Komponisten. - Ich will nicht verschweigen, dass wir sehr aufgeregt waren. Aber bereits nach den ersten Takten konzentrierten wir uns auf die Musik. Nach dem ersten Teil wussten wir, dass alles gut wird. Nach der Pause kehrten wir in unseren eigenen Kostümen auf die Bühne zurück, die nicht so offiziell sind und eine leichte Sensation erweckten, und spielten unsere eigenen Kompositionen. Wir fühlten, dass die Zuhörer unsere Musik vollständig akzeptierten. Davon zeugten zwei Standing Ovations, was in diesem Saal angeblich sehr selten vorkommt. Das erste Mal stand das Publikum gleich auf, das zweite Mal nach der Zugabe – erzählte der Leiter des Trios nach der Rückkehr. Sie verkauften alle Platten, die sie mitgenommen hatten. Zudem erfüllten sie den in Schlange stehenden Amerikanern und Auslandspolen zahlreiche Autogrammwünsche.
Der Besuch in der Carnegie Hall war beileibe nicht sein erster Aufenthalt in diesem Land: schon zuvor konzertierte er hier mit dem Trio und führte zudem Meisterklassen an der Universität Chicago.
- Meine ganze Familie emigrierte dank meines Großvaters zu Beginn der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in die USA. Ich habe beschlossen, dieses Land gern zu besuchen, wenn ich in Polen etwas erreiche – sagte mir Janusz Wojtarowicz nach dem Gewinn des Grand Prix im Jahre 2000.
Jetzt kann er hinzufügen, dass er den Weg gegangen ist - 
von der Straße in die Carnegie Hall.
Die Erfahrungen des Spielens „on the street” fasste er auf der Platte „Pictures from The Street” des Motion Trios zusammen, die in etwa 30 Ländern auf der ganzen Welt vertrieben wurde.
Selbst war er mit seinem Akkordeon nicht in so vielen Staaten unterwegs, die Plätze und Straßen in vielen Teilen Europas lernte er aber sehr gut kennen.
- Dank dessen weiß ich, wie Wien aussieht. Auch in Freiburg, Zürich, Rom, Strasbourg, Lyon, Dijon und Basel würde ich mich nicht verlaufen. - zählt er auf. Die französischen Chlochards warnten ihn für 10 – 20 Francs in der Stunde, wenn eine Polizeipatrouille kam. In der Nähe des Markusplatzes in Venedig schrie ihn eine alte Italienerin furchtbar an – er verstand zwar die Worte nicht, aber worum es ging, wusste er, als neben ihm ein Blumentopf landete und schließlich von oben heißes Wasser herunterkam.
Eines der größten Abenteuer erlebte Wojtarowicz in Rom. Er spielte, als er plötzlich neben sich einen dicken, mit Goldketten behängten Italiener sah – und zusammen mit diesem drei weitere Typen mit eindeutig gefährlichem Aussehen. In gebrochenem Englisch hörte er, dass er sehr schön spielt, aber leider überhaupt nicht zu hören ist. Anschließend wurde er ohne Pardon in ein Auto gesetzt, das mit unbekanntem Ziel in unbekannter Richtung abfuhr. - Diese ziemlich lange dauernde Fahrt war für mich ein Horror – erinnert sich der Musiker. - Schließlich hielten wir vor einem Musikgeschäft, das ich mit einem Geschenk in Gestalt einer hervorragenden Beschallungsanlage und zweier moderner, am Akkordeon anzubringender Mikrofone wieder verließ. Anschließend wurde ich zurück an die Stelle gefahren, wo man mich aufgegabelt hatte, denn meine Mäzen wollten unbedingt hören, wie die Geräte funktionieren. Und anschließend verschwanden sie genau so schnell, wie sie erschienen waren. Diese Ausrüstung habe ich über lange Jahre genutzt und anschließend noch für mehrere Hundert D-Mark verkauft.
Solche Erzählungen, auch über das Spiel bei Kälte und Hunger, erlebte der Leader des Motion Trios sehr viele. Ähnlich wie sein Kollege aus der Band, Marcin Gałażyn.
- Ich habe das halbe Europa mit dem Akkordeon bereist, allein und mit der Band Que Passa. Ich habe auch in Kraków auf der Floriańska-Straße gespielt. Bis heute sehe ich diesen Zeitraum als sehr gelungen an – dank dessen habe ich sehr viel gelernt – gibt Marcin Gałażyn zu. Er erinnert sich daran, wie einmal „einer der wichtigsten Dozenten“ ihm eine Münze in seinen Hut warf.
- Professoren und Dozenten sollten junge Talente unterstützen, die auf der Straße spielen. Nicht nur deshalb, weil diese so ihr Geld verdienen. Dies ist für die jungen Leute der erste Schritt auf der Musikbühne – zu den Konzertsälen haben sie noch keinen Zutritt und die Straße gibt ihnen die Möglichkeit des Kontakts mit dem Zuhörer, erlaubt dessen Reaktionen zu beobachten und mit ihm in Kontakt zu treten. Das sind wertvolle Stunden mit dem Instrument... - sagt Gałażyn überzeugt, denn er kann sich gut daran erinnern, dass solch ein Spiel nicht allen an der Hochschule gefällt.
Das letzte Mal haben sie so im Jahre 2003 gespielt – am Bodensee, unter anderem deshalb, um das Zugticket von Kraków nach Warschau kaufen zu können, wo sie zusammen mit Bobby McFerry auftreten sollten.
Alle drei studierten 
an der Krakauer Musikakademie.
Marcin Gałażyn (die Kollegen nennen ihn wegen der Farbe seiner Haarpracht „den Roten“), 34 Jahre alt, spielt seit neunzehn Jahren Akkordeon. Er stammt aus den Masuren, aus Augustów. Die Oberschule schloss er in Białystok ab, anschließend wählte er ein Studium in Kraków.
Paweł Baranek, 31 Jahre, nahm als Zehnjähriger im heimatlichen Kozłów, 20 km von Miechów entfernt, ein Akkordeon in die Hand. Viel verdankt er seinem Lehrer Wiesław Kusior, der ihn seit der 4. Klasse in Miechów unterrichtete und später wegen seines Talents mit an das Musikgymnasium in Tarnów. Das Studium schloss er mit Auszeichnung ab, er sammelte viele Preise in den unterschiedlichsten Wettbewerben.
Der Leader - Janusz Wojtarowicz. Auf dem Akkordeon spielt er seit 31 Jahren. Er fing im Alter von 7 Jahren dank seinem Vater, Eugeniusz Wojtarowicz, dem Leiter der Filiale in Nowy Targ der Musikschule I. Grades aus Rabka, an. - Das war der einzige Lehrer, der mich spielen lehrte, später war ich hauptsächlich Autodidakt – erinnert er sich nach Jahren.
Das Musikgymnasium in Kraków schließt er mit sehr gutem Ergebnis ab. Er beginnt mit dem Studium. Damals befand sich die Musikakademie noch in einem Gebäude zusammen mit der Staatlichen Theaterhochschule, was die Kontakte erleichterte. Er schrieb die Musik zum „Silbernen Schlaf der Salome“, das Jerzy Jarocki als Diplomarbeit vorbereitete. Später assistierte er Stanisław Radwan, als dieser die Musik zu diesem Theaterstück für das Alte Theater in Kraków erschuf. Im dritten Studienjahr nahm er eine einjährige Auszeit, um „on the street“ zu spielen. Anschließend schloss der das vierte Studienjahr ab, aber machte die ganze Zeit über noch etwas nebenbei. Er schloss sich der Gruppe von Rafał Kmita an, schrieb hervorragende Musik zum bis heute aufgeführten, mehrfach ausgezeichneten Stück „Alle aus einem Mantel“ und zum am Jaracz-Theater in Łódź durch Eligiusz Brzyk inszenierten „König Ödipus“.
Wie viel übermäßig talentierten Musiker machte er die ganze Zeit über noch etwas „nebenbei“, u.a. nahm er privat übe rein Jahr Lektionen bei Andrzej Białka, um zu lernen, wie Barock gespielt wird. - Das ist ein Meister – und ich suchte mein ganzes Leben lang nach Meistern und Genies.
Er war im fünften Studienjahr, als für ihn in den rigorosen Rahmen der Hochschule kein Platz und vor allem kein Verständnis mehr war.
Aber Wojtarowicz wusste genau, was er wollte. Er gründete das Motion Trio. In dieser Formation spielten die verschiedensten Musiker – es blieben Baranek, der im Jahre 1998 kam, und Gałażyn, der ein Jahr später zur Band stieß.
Sie spielen hervorragend zusammen – jeder hat eine andere Technik, einen anderen Ausdruck und einen anderen Charakter. Und vielleicht erreichen sie deshalb ein so hervorragendes Ergebnis. Sicher ist dies auch ein Ergebnis der sie verbindenden Freundschaft, die sich auch auf den das Trio begleitenden Akustiker Michał Rosicki bezieht.
Der Grand Prix bewirkte, dass das damals den Wettbewerb ausrichtende Kunstinstitut sich über das Kultusministerium um neue Instrumente bemühte. Dank dessen spielt das Trio seit dem Jahre 2004 auf Akkordeons der Marke Pigini, des weltweit führenden Herstellers.
Von da an konnten sie ohne Angst um die Qualität ihrer Instrumente 
an der Seite großer Künstler austreten
wie etwa Bobby McFerrin, mit dem sie sich erneut auf dem Jazzfestival in Montreal trafen, wo der berühmte Sänger erneut zu den Kompositionen von Wojtarowicz improvisierte. Mit dem indischen Tablaspieler und Schlagzeuger Trilok Gurtu spielten sie zusammen in Kraków im ersten Teil des Konzerts der Band Syndicate Joe Zawinula.
- Obwohl wir nie zusammen gespielt haben, betrachte ich Zawinul als meinen geistigen Schirmherr. Die zahlreichen Gespräche mit ihm – über unsere Musik und die Musik allgemein, über die Demut im Herangehen an die Musik, gaben mir sehr viel. Nicht ohne Bedeutung war es auch, dass er uns erlaubte, im Jahre 2004 fünf Abende in seinem Wiener Club Birdland zu spielen – unterstreicht Wojtarowicz.
Diese fünf Abende, von denen sie einen zusammen mit Tomasz Stańko spielten („Nach einer wirklich kurzen Probe bin ich fasziniert von ihnen“), verdanken sie ebenfalls Zofia Beklen, die in Wien der Wiener-Krakauer Kultur-Gesellschaft vorsteht. Und das war ein Wendepunkt in der Karriere des Trios. Sie erhielten jetzt Einladungen von vielen prestigeträchtigen Orten in der Welt, was bewirkte, dass sie in den nächsten anderthalb Jahren 1106 Konzerte in 22 Ländern gaben und auf 17 Festivals zu Gast waren, u.a. auf dem bereits erwähnten Festival International de Jazz de Montreal, auf dem Urkurt Festival in Schweden, wo World Music dominierte, auf dem Lowlands Festival in Biddinghuizen in den Niederlanden, wo Interpreten aus den Bereichen Rock, Techno, Punk und Metall eingeladen wurden, aber auch solche, wie etwa Apocalyptica, The Prodigy, Nick Cave, Korn, Marilyn Manson und Morcheeba, sowie auf einem Festival in Taiwan.  Zudem gastierten sie als Vertreter von Kraków auf der EXPO in Japan. Insgesamt waren sie in 32 Ländern zu Gast,
Dies war eine Zeit, in der sie gern auf Jazz- und Rockfestivals sowie Festivals moderner Musik auftraten, wie etwa dem Parkmusic Festival in Deutschland, wo die Musik von Karlheinz Stockhausen und Janis Ksenakis gespielt wird. Damals deklarierte Wojtarowicz, dass sie in ähnlichem Grade an Heavy Metal und an Jazz sowie moderner Musik interessiert sind und sich nicht in die Schublade der so modischen World Music drängen lassen wollen. In letzter Zeit wollen sie nicht einmal mit dieser Musikrichtung in Verbindung gebracht werden – sie wählen die Einladungen immer genauer aus und wollen eigenständig sein. Wojtarowicz beruft sich gern auf die McFerrin, der überhaupt nicht zu klassifizieren ist – er ist ganz einfach ein Meister des Gesangs, sowohl im Bereich Jazz, wie auch in der klassischen Musik, etwa mit dem Meister des Cellos, Yo Yo Ma... Ähnlich das Motion Trio – auf der einen Seite führen sie eigene Werke (hauptsächlich ihres Leaders) auf, die in sich schon sehr unterschiedlich sind – wie etwa „Sound of War“, inspiriert vom Krieg in Tschetschenien, „You dance“ in Techno-Version oder die nostalgische „Little story“ – auf der anderen Seite interpretieren sie auch Kompositionen von Krzysztof Penderecki, Henryk Mikołaj Górecki oder Wojciech Kilar, dessen „Orawa“ dem Trio nach wie vor riesigen Applaus einbringt.
Wojtarowicz, Gałażyn und Baranek lieben es, so verschiedene, oftmals unterschiedliche Sprachen verwendende musikalische Richtungen zu interpretieren, denn – wie sie selbst sagen – es ist immer besser, vier Sprachen zu kennen, als nur eine. Entsprechend dieser unterschiedlichen Stile wählen sie auch ihre Kleidung aus – einerseits treten sie im (wenn auch nicht ganz klassischen) Frack auf, andererseits aber auch in modernen Anzügen oder gar Rockkostümen. Denn sie wollen in den Konzertsälen der Welt mit ihren Instrumenten auch deshalb auftreten, um junge Zuhörer anzuziehen. Und das gelingt dem Trio hervorragend. Während ihrer Konzerte kommt es zu Ausbrüchen von Enthusiasmus und Freude – fast wie im Falle von Rockstars.
Janusz Wojtarowicz ist sich bewusst, dass ihre Erfolge aus der Tatsache folgen, dass sie beim akustischen Spiel auf ihren drei Akkordeons etwas ganz neues anbieten – sowohl die eigenen Kompositionen, wie auch Transkriptionen von Werken, die für ganz andere Instrumente geschrieben wurden. Welchen Sinn macht es schon, Bach auf dem Akkordeon zu spielen.
„Das Trio der polnischen Akkordeonisten spottet allen Gewohnheiten und der traditionellen Art des Akkordeonspiels und überträgt dieses Instrument ohne jegliche elektronischen Effekte in die Zukunft“ – schrieb ein Kritiker in der „Le Monde”.
Wichtig für die Gruppe war das Treffen mit Krzesimir Dębski. Er war es, der das Arrangement der Kompositionen des Trios für die Aufführungen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg vorbereitete. - Bereits während der Proben zeigten die Reaktionen der Orchestermitglieder, die zuvor unter anderem mit Jose Carreras, Andrea Bocelli, dem Buena Vista Social Club oder auch Metallica gespielt hatten, dass alles gut wird. – erinnert sich Wojtarowicz.
Im September 2007 stellten sie dieses Programm mit dem brasilianischen Rio de Janeiro Orquestra do Teatro Municipal am berühmten Strand Copacabana vor.
Im Rahmen dieses Projektes, das sie „Motion Symphony“ nannten, spielte das Trio zusammen mit solchen Orchestern, wie u.a. dem WDR Rundfunkorchester Köln, der Sinfonietta Riga, der Sinfonietta Cracovia, dem Kammerorchester AUKSO, dem Orchester der Philharmonie Łódź oder dem Hanseatica Chamber Orchestra.
Der letzte bedeutende Schritt in der Karriere des Trios und der (was Wojtarowicz ständig unterstreicht) Förderung des Akkordeons war der diesjährige Auftritt mit der Michael Nyman Band im Londoner Barbican Center. Der von Zuhörern und dem weltbekannten Komponisten hervorragend aufgenommene Auftritt führte zu einer viermaligen Wiederholung in Polen – im Herbst spielt das Trio in Gdańsk, Warschau, Poznań und Łódź – sowie zur Aufnahme einer Platte – mit Nyman als Pianisten. Auf der Platte ist vor allem seine Musik zu Filmen von Peter Greenway zu hören. Erstes Stück auf der CD ist das vom Komponisten gespielte Thema aus dem Film „Piano“, am Ende steht die Komposition „Proms“ von Wojtarowicz von der letzten Platte des Trios mit dem Namen „Metropolis”.
Denn selbstverständlich sind außerhalb der Konzerte
die Platten die Visitenkarten des Trios
- darunter die in Deutschland und Polen prämierte „Pictures From The Street” sowie die „Play-Station”, deren Erscheinung mit Text und Bild in der „New York Times” beschrieben wurde. Beide Platten wurden unter dem Schild des deutschen Verlags Asphalt Tango und des britischen Harmonia Mundi herausgegeben und werden in etwa 30 Ländern vertrieben. „Metropolis” dagegen wird von Akordeonus Records verlegt, also der von der Frau des Leaders des Trios, Anna, geleiteten Firma. Dieses Album, das eine musikalische Wanderung durch viele Städte der Welt ist, verbindet in sich die Einflüsse des Barocks, die Musik von Schostakowitsch und Strawinski, aber auch Elemente der Club Music.
In Kürze erscheint das Album mit Nyman, das der berühmte Komponist unter dem Schild seiner eigenen Plattenfirma herausgibt.
- Die Aufnahme dieser Platte war für uns eine riesige Befriedigung. Nicht nur, dass sie im Verlag von Nyman erscheint, auf ihr ist auch noch meine eigene Komposition zu hören – sagte Janusz Wojtarowicz.
Zu den nächsten Plänen des Trios gehört die Aufnahme einer Platte mit dem 25-köpfigen Jugend-Akkordeonorchester aus Koszalin, mit dem sie unter riesigem Applaus der Zuhörer im französischen Lille auftraten, sowie ein Album mit eigenen Kompositionen zum 15. Gründungsjubiläum des Trios. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sie irgendwo „unterwegs” noch einen berühmten Künstler treffen, der von der Musik und dem Niveau der Krakauer Virtuosen begeistert ist und ihnen ein gemeinsames Projekt vorschlägt.
Schließlich hat sich bereits mehrfach bewiesen, dass im Spiel des Motion Trios große Kraft und Magie liegt. Und dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Waclaw Krupinski

 

 

27.08.2009

Instytut sztuki
projekt: Joanna Styrylska, wykonanie: maszyna.pl